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Pressemitteilung

„Da habe ich gemerkt: Irgendwas stimmt nicht.“

Warum nicht ein Gläschen am Abend, nach getaner Arbeit und einem langen Tag voller Stress. Niemand hat etwas dagegen. Doch wenn es zur Gewohnheit wird, und aus dem einem Gläschen zwei oder drei und das jeden Abend, dann spätestens sollte man sein Belohnungsverhalten kritisch bedenken. Das empfiehlt auch die Caritas.

Erschienen am:

15.06.2026

Herausgeber:
Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V.
Auf dem Kreuz 41
86152 Augsburg
+49 821 3156-0
+49 821 3156-0
info@caritas-augsburg.de
www.caritas-augsburg.de
  • Beschreibung
Beschreibung

Caritas wirbt in Aktionswoche Alkohol für bewussten Umgang mit Alkohol

 

Augsburg, 15.06.2026. Freitagabend, Feierabend, vielleicht ein Glas Wein auf dem Sofa. Für viele

Das Bild zeigt ein rotes Plakat mit der Aufschrift Aktionswoche Alkohol - 255.00 Menschen in  Bayern sind alkoholabhängig. Das Plakat zeigt zudem 3 Weinflaschen und ein gekipptes leeres Weinglas.Zu viele sind in Bayern alkoholabhängig.

gehört das einfach dazu. Auch für Anna (Name geändert) war das lange ganz normal. "Es war mein Belohnungsritual", sagt sie heute. "Ein anstrengender Tag, die Kinder im Bett und dann endlich kurz durchatmen." Suchtberaterinnen und -berater der Caritas wissen, was völlig harmlos beginnen mag, kann sich schleichend verändern. "Ohne dass man es merkt, wird aus dem einen Glas ein zweites und dann ein drittes. Und irgendwann fühlt man sich aus dem Gleichgewicht, wenn es mal kein Glas gibt", sagt Beraterin Mona Zill von der Suchtfachambulanz der Caritas in Augsburg.

Aktionswoche Alkohol: Info-Stand der Caritas an der Uni/ Workshops in Betrieben

Auf diesen so normal erscheinenden und alltäglichen, aber keineswegs immer unbedenklichen Umgang mit Alkohol, macht die bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni aufmerksam. Sie wirbt unter dem Motto "Alkohol? Weniger ist besser" für einen bewussten Umgang mit Alkohol.

"Das ist auch, was wir wollen", so Zill von der Caritas-Suchtfachambulanz. "Wir wollen nicht den Zeigefinger erheben und Verbote aussprechen. Aber wir werben dafür, ehrlich hinzuschauen: Was tut mir eigentlich gut?"

Am 16. und 17. Juni 2026 wird die Suchtfachambulanz an der Universität Augsburg mit einem Info-Stand für diesen bewussten Umgang mit Alkohol werben und über ihre Arbeit informieren. Zugleich sind Berater in Unternehmen in der Region zu Gast und halten Workshops.

Schrittweises Abgleiten in die Abhängigkeit

Viele Menschen unterschätzen, wie schnell Gewohnheiten entstehen. Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert, leicht verfügbar und oft eng mit Entspannung verknüpft. "Man rutscht da nicht bewusst rein", sagt Anna. "Es passiert einfach." Der Wendepunkt bei Anna kam nicht plötzlich. "Ich vergaß immer öfter ganz einfache Dinge." Es waren kleine Alltagsmomente: "Was wollte ich noch einkaufen? Habe ich ihr geantwortet?" Gleichzeitig fühlte sie sich ständig erschöpft. "Ich dachte immer, ich bin einfach nur müde vom Alltag."

Dazu kam eine innere Unruhe, die sie früher bei sich so nicht kannte. "Ich war schneller genervt, irgendwie nervös, auch ohne richtigen Grund." Gerade an Tagen ohne Alkohol fiel ihr das besonders auf. "Da habe ich gemerkt: Irgendwas stimmt nicht."

Der entscheidende Moment war kein dramatischer Absturz, sondern ein ehrliches Gespräch mit einer guten Freundin, die schon länger beobachtete, dass Anna nicht mehr dieselbe war. Anna war ehrlich zu ihr, auch weil sie ehrlich zu sich selbst sein wollte. "Ich habe zum ersten Mal laut gesagt: So möchte ich nicht weitermachen."

Bewusstsein für den eigenen Umgang mit Alkohol schaffen

Gespräche in der Caritas-Suchtfachambulanz halfen ihr, ihren Alltag etwas zu verändern. Kein radikaler Bruch von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt. "Es ist gut, zuerst einmal zu verstehen, was da eigentlich passiert", so Zill.

Heute trinkt Anna nicht mehr. Was ihr half und viel wichtiger für sie wurde: Sie hat neue Wege gefunden, abzuschalten. Spaziergänge, Zeit für sich, Gespräche mit Freundinnen. "All das kam bei mir davor viel zu kurz", so Anna.

Angebote der Caritas stehen allen Menschen offen: Praxistipps

Fachleute wissen: Es muss nicht immer gleich eine radikale Veränderung sein. Schon kleine Schritte können viel bewirken:

  • Ein paar alkoholfreie Tage in der Woche einzuhalten, sei ein guter Weg.
  • Auch bewusster zu genießen, statt einfach nur nebenbei zu trinken.
  • Sich zu fragen, warum greife ich gerade jetzt zum Glas, könne einen anderen Blick eröffnen.

Die Caritas-Suchtfachambulanz in Augsburg wirbt deshalb damit, dass jede Person kommen kann, die unsicher ist. "Bei uns kann man sich ganz unkompliziert Rat und Hilfe holen, oft schon in einem ersten Beratungsgespräch", so ExpertinZill.

Dass sei auch das Ziel der Aktionswoche Alkohol. Diese ermutigt dazu hinschauen, nachfragen, ausprobieren. Ohne Druck, aber mit Ehrlichkeit. Anna sagt, was man davon hat: "Ich habe nichts verloren, sondern viel zurückgewonnen."

 

Info und Kontakt:

Caritas Suchtfachambulanz Augsburg-Stadt
Auf dem Kreuz 47, 86152 Augsburg
Tel.: 0821 3156 432
E-Mail: suchtfachambulanz.augsburg@caritas-augsburg.de

Info zur Aktionswoche Alkohol: www.aktionswoche-alkohol.de

Zahlen/ Hintergrund:

Alkohol gehört in Deutschland ganz selbstverständlich dazu - ob beim Feierabend, auf Festen oder im Alltag. Diese hohe gesellschaftliche Akzeptanz hat jedoch eine Kehrseite: Die gesundheitlichen Risiken werden nach wie vor unterschätzt.

Gerade in Bayern ist das Thema alarmierend aktuell: Rund 255.000 Menschen gelten als alkoholabhängig, Männer etwa dreimal so häufig wie Frauen. Jedes Jahr sind zudem etwa 6.000 Todesfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Gleichzeitig zeigt sich ein besonders besorgniserregender Trend: Das sogenannte Rauschtrinken hat sich bei Frauen in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt. (alle Zahlen vom Bayr. Staatsministerium für Gesundheit).

Diese Zahlen machen deutlich: Alkohol ist längst kein Randthema, sondern eine stille Herausforderung mitten in unserer Gesellschaft - oft unsichtbar.

Die Aktionswoche Alkohol setzt genau hier an: informieren, sensibilisieren und Gespräche anstoßen

Quelle für die Zahlen: https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/leben-in-bayern/detailansicht-leben-in-bayern/artikel/255000-menschen-in-bayern-sind-abhaengig-von-alkohol.html#topPosition

 

Autor/in:

  • Julia Praller
  • Eva Großkinsky
Quelle: caritas-augsburg.de
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