Kritik an einer Sozialpolitik nach Kassenlage ohne Weitblick
Augsburg, 05.08.2026 (pca). Pünktlich um 14.05 Uhr klingelten auf dem Augsburger Moritzplatz rund 80 Wecker mehrere Minuten lang. Die Botschaft: "Eure Sparmaßnahmen tun uns weh", so eine Demonstrantin. Mit einem Flashmob wollten Mitarbeitende des Diözesan-Caritasverbandes, der agke (Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen und Jugendsozialarbeit in der Diözese Augsburg e. V.), der St. Gregor Jugendhilfe, mehrerer Sozialstationen, eine Elterninitiative und Young Caritas einen "Weckruf an die Politik" senden.
Der Grund für den ungewöhnlichen Schritt: Kürzungen im Sozialbereich stehen auf der politischen
Flagge mit guten Argumenten zeigten der Caritasverband für die Diözese Augsburg mit mehreren Organisationen und Diensten beim Flashmob gegen die geplanten Sozialkürzungen der Bundes- und Landesregierungen in Deutschland.Eva Großkinsky
Agenda der Bundes- und Landesregierungen. Eine Sozialpolitik nach Kassenlage sei unausweichlich. Doch gegen die Sparpläne zeigten nun der Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. mit ihren Mitgliedseinrichtungen am Mittwoch in Augsburg mit einem Weckruf Flagge.
Verena Rauch, Bereichsleitung Soziales des Diözesan-Caritasverbandes, unterstrich beim Flashmob, worum es der Caritas geht: "Wir wollen nicht anklagen. Wir leugnen auch nicht die schwierige Finanzlage, aber wir wollen eine gesellschaftliche Diskussion anstoßen. Stimmen die Prioritäten der Politik, gelingt es noch Verteilungsgerechtigkeit zusichern?" Gemeinsam mit ihrer Kollegin Kathrin Schulan vom Fachgebiet Behindertenhilfe kritisiert sie die bislang bekanntgewordenen Kürzungspläne. "Da wird an einer Seite gekürzt, ohne zu wissen, welche Folgekosten sich daraus für andere Bereiche ergeben. Die Frage ist nicht nur, was Unterstützung kostet, sondern was es unsere Gesellschaft kostet, wenn Menschen keine passende Hilfe erhalten. Auf der einen Seite zu sparen und gleichzeitig für die Gesellschaft in der Zukunft deutliche Mehrkosten zu verursachen, das ist doch keine Reform", meinen beide. Die Kürzungspläne würden, so ihre Überzeugung, dazu führen, dass die soziale Sicherung als Grundprinzip einer solidarischen Gesellschaft nicht nur eingeschränkt wird, sondern auch droht gänzlich wegzufallen. "Das hat soziale Sprengkraft", betont Rauch