BFD blickt auf 15 Jahre zurück - Caritas fordert: Neuer Wehrdienst darf ziviles Engagement für die Gesellschaft nicht benachteiligen
Augsburg, 01.07.2026 (pca). Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist 15 Jahre alt geworden. Er ist am 1. Juli 2011 nach der Abschaffung der Wehrpflicht und dessen Ersatzdienstes, des Zivildienstes, eingeführt worden. Allein im Bistum Augsburg nutzten seitdem weit über 3000 Frauen und Männer jeden Alters diese Möglichkeit, sich mit ihrem Wissen und Talenten für die Zivilgesellschaft einzubringen. "Wir bei der Caritas sind dankbar für dieses Engagement für Menschlichkeit und Zusammenhalt in den verschiedensten sozialen Settings in unseren Einrichtungen", so Diözesan-Caritasdirektor Diakon Markus Müller. "Dass hierbei auch ältere Frauen und Männer sich mit ihren Lebenserfahrungen einbrachten, hat die Vielfalt des sozialen Engagements bereichert." Er wünscht sich deshalb, dass das Angebot im Rahmen des neu entstehenden "Bundesgesellschaftsdienstegesetz" weiterentwickelt, auch finanziell gestärkt und neben dem Wehrdienst als gleichrangiger Dienst für die Gesellschaft und den demokratischen Zusammenhalt anerkannt wird.
Neuer Wehrdienst bedingt neues "Bundesgesellschaftsdienstegesetz"
Fast 15 Jahre blieb der BFD von der Politik unangetastet. Er entfaltete als Alternative zu den Angeboten des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) für Personen bis zum Alter von 27 Jahren eine große Bedeutung für die Zivilgesellschaft und damit auch für die Wohlfahrtsverbände und mit ihnen für die Caritas. Wegen der sicherheitspolitischen Lage führte die Bundesrepublik Deutschland ab dem 1. Januar 2026 die (Kontingent-/Bedarfs-)Wehrpflicht ein. Damit rückt der Gedanke eines Ersatzdienstes bzw. eines neuen Zivildienstes erneut in den politischen Fokus. In einem neuen "Bundesgesellschaftsdienstegesetz" sollen deshalb sowohl der Bundesfreiwilligendienst als auch ein möglicher neuer Zivildienst geregelt werden.
Auch Zivildienst unersetzlich für innergesellschaftlichen Frieden
Diözesan-Caritasdirektor Müller spricht sich nicht gegen die Wehrpflicht als einen wichtigen Weg zur
Diözesan-Caritasdirektor Diakon Markus Müller.Bernhard Gattner
Wahrung des Friedens aus. "Die Politik muss aber auch anerkennen, wie wichtig Freiwilligendienste, ob als BFD oder FSJ neben einem neuen Zivildienst, für den Zusammenhalt der Gesellschaft sind. Wo Solidarität Wurzeln schlägt, entfaltet sich Gerechtigkeit über die sozialen Grenzen hinweg und schafft damit unersetzliche Grundlagen für den innergesellschaftlichen Frieden."
Müller hat deshalb klare Vorstellungen, wie das "Bundesgesellschaftsdienstegesetz" ausgestaltet werden muss: "Wehrdienst, Zivildienst und BFD sind gleichrangig, weil alle Dienste unserem Land zum Vorteil gereichen. Die Dienste setzen eine gute Aus- und Weiterbildung voraus. Es darf keine Gerechtigkeitslücke auch im Hinblick auf Förderung und Vergütung entstehen. Alle verdienen die gleiche gesellschaftliche Anerkennung. Dazu gehört für mich auch, dass Zivildienstleistende, und Freiwilligendienstleistende (BFD/FSJ) kostenfrei mit der Bahn fahren können."
Info und Kontakt:
Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V.
- Freiwilligendienste -
Auf dem Kreuz 41
86152 Augsburg
Tel.: +49 821 31 56-306
E-Mail: freiwilligendienste@caritas-augsburg.de